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Digitale Nomaden – unabhängige Weltenbummler

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Tagsüber am Strand sitzen und arbeiten, nachts an exotischen Orten das Leben genießen. Das verspricht das Dasein als sogenannter „Digitaler Nomade“. Doch was genau steckt hinter dieser Art zu leben und zu arbeiten? Wie wird man so unabhängig, dass man überall auf der Welt den virtuellen Schreibtisch aufbauen kann? Lest weiter und findet raus, wie man sich den virtuellen Rucksack auf die Schultern schwingt, den digitalen Wanderstock aufnimmt und sich auf den Weg in ein Abenteuer macht.

Wer sind diese „Digitale Nomaden“?

Digitale Nomaden haben sich dazu entschlossen, den eigenen Lifestyle völlig umzukrempeln und die konventionelle Arbeitswelt hinter sich zu lassen. Die zwei wichtigsten Prinzipien sind Unabhängigkeit von Zeit und Unabhängigkeit vom Ort. Die Notwendigkeit für einen festen Wohnort gibt es dabei nicht – egal in welcher Zeitzone, egal auf welchem Kontinent, egal ob fest angestellt oder als Freelancer. Die Digitalen Nomaden wenden – wie der Name schon sagt – fast ausschließlich digitale Technologien an, um ihre Arbeit zu verrichten und führen zugleich ein eher ortsunabhängiges beziehungsweise multilokales Leben.

Die Frage, was jemanden zu einer Lebensart motiviert, die so völlig abweicht von gewohnten Normen und Konventionen hat verschiedene Antworten: Von steigenden Mieten über den Wunsch die eigene Routine zu durchbrechen bis hin zum Traum die Welt zu bereisen und neue Orte und Kulturen kennenzulernen, ohne auf Einkommen oder Karriere verzichten zu müssen. Auch das Privatleben soll nicht auf der Strecke bleiben. So gibt es Singles genauso wie Paare, Freundeskreise oder Familien, die sich für ein Dasein als Digitaler Nomade entscheiden.

Und was arbeiten sie?

Wie schon erwähnt, sind Digitale Nomaden genau wie alle anderen Arbeitnehmer, die Ihre Arbeitskraft digital und von einem anderen Ort als dem Büro anbieten. Besonders jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie scheint es, als ob fast jeder Job – mit genug Kreativität und Initiative – eigentlich von woanders aus erledigt werden kann. Zwar war in den letzten Monaten die Reisefreiheit deutlich eingeschränkt, doch mit der allgemeinen Entwicklung digitaler Kommunikationskanäle und Prozesse ist weltweit ein deutliches Wachstum des Phänomens „Digitale Nomaden“ zu beobachten.

Ursprünglich gingen diese Weltenbummler Jobs nach in Werbung, Online Marketing, Journalismus, Lehre, Softwareentwicklung, E-Commerce, Fotografen u.ä., doch heute fangen auch weiter Berufsgruppen, wie z.B. Coaches und Trainer an, sich im Nomadentum wohlzufühlen.

Diese Entwicklung führt auch dazu, dass Unternehmen bei der Suche nach Angestellten anfangen über den Tellerrand zu gucken und nicht nur in unmittelbarer Umgebung des Arbeitsplatzes suchen, sondern weltweit. Damit können nämlich auch Arbeitgeber Büromiete, Reisekosten und Spesen sparen und haben trotzdem entspannte, motivierte und zufriedene Arbeitnehmer. Denn: Digitale Nomaden arbeiten häufig für Unternehmen in ihrem Heimatland, während sie in einem Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten wohnen. Diese Differenz erlaubt oft das Halten des gewohnten Lebensstandards bei weniger Arbeitszeit und einer gleichzeitigen Steigerung der Lebensqualität.

Was brauche ich, um Digitaler Nomade zu werden?

Essentiell ist die Motivation, der Wille und der Mut einen konventionellen Lebensstil hinter sich zu lassen. Außerdem braucht es die Bereitschaft für abweichende Arbeitszeiten, z.B. durch Zeitverschiebung und evtl. Einsätzen am Wochenende.

Bei einem Umzug in ein fremdes Land und somit in eine fremde Kultur sollte Geduld für aufkommende Unterschiede und die eigene Assimilation vorhanden sein. Nicht immer sind die Bedingungen woanders von Anfang an optimal. Es braucht ein bisschen, um sich an ein neues Klima zu gewöhnen. Ein völlig anderer Lebensrhythmus, eine langsame Internetverbindungen und Kunden mit abweichenden Sichten auf die Welt und auf den eigenen Lebensstil sind alles Herausforderungen, die am Karrierehorizont auftauchen können.

Neben Geduld und Motivation sind außerdem Eigenschaften wie Wille zur Anpassung, Flexibilität, Selbstdisziplin, Selbstorganisation und Effizienz wichtige Eigenschaften. Besonders wichtig ist es, einen angenehmen Rhythmus für sein Leben zu finden. Es sollte der eigene Mittelweg gefunden werden zwischen jeden Tag ein Abenteuer erleben auf Kosten der Arbeitsleistung und ununterbrochener Arbeit ohne Pause.

Wie entscheide ich, wo es hingehen soll?

Neben dem Wetter gibt es meist zwei entschiedene Faktoren, die bei der Wahl des Zielortes eine Rolle spielen: Schnelles Internet und niedrige Lebenshaltungskosten.

Niedrige Lebenshaltungskosten spielen zwar eine große Rolle, da sie meist den angestrebten Lebensstandard der Digitalen Nomaden ermöglichen, allerding ist es tatsächlich so, dass auch Städte mit hohen Lebenskosten, wie z.B. Singapur und Hong Kong immer noch zu den Top-Destinationen für Digitale Nomaden gehören.

Ein weitere wichtiger Faktor ist die Zeitzone. Besonders bei Berufen, die Kontakt mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten benötigen, ist die Wahl einer einigermaßen passenden Zeitzone extrem wichtig. Die Wahl der Zeitzone hat aber auch viel mit den eigenen Routinen und Lebensweisen zu tun – bin ich z.B. eher ein Frühaufsteher oder kann ich auch nachts gut arbeiten etc.?

Für Neueinsteiger ist es ratsam, sich zuerst an Orten niederzulassen, die als Hotspot für Digitale Nomaden gelten, wie z.B. Chiang Mai (Thailand), Madain (Kolumbien), Bali (Indonesien), Tallin (Estland), Lissabon (Portugal), Bansko (Bulgarien) oder die Kanarischen Inseln (Spanien). Diese Orte erlauben einen einfacheren Einstieg und bieten oft die Gelegenheit sich mit anderen Digitalen Nomaden zu vernetzen und auszutauschen. Besonders der Kontakt zu den Veteranen unter den Nomaden bietet Hilfestellungen bei Alltagsfragen und kann unter anderem auch bei der Planung des nächsten Zielortes helfen. Doch Digitale Nomaden hießen ja nicht „digital“, wenn sie nicht auch eine große Online-Community pflegen würden, die Unterstützung bei großen und kleinen Krisen bietet.

Nicht vergessen: Auslandskrankenversicherung!

Bei langfristigen Auslandsaufenthalten, die über die normale Urlaubsspanne hinweg reichen, ist eine Versicherung unabdingbar, die diese Lebensart mit abdeckt.

Ein medizinischer Notfall im Ausland kann sehr schnell sehr teuer werden, wenn keine Krankenversicherung nachgewiesen werden kann. Neben der Abdeckung von Notfällen sollte auch die „tägliche Versorgung“ inklusive sein – Vorsorgeuntersuchungen, benötigte Medikamente (auch für chronische Erkrankungen), Impfungen und Follow-ups. Besonders beim Reisen ist es außerdem ratsam sich für eine Versicherung zu entschieden, die gut erreichbar ist – wir erinnern uns an die Zeitzonen – wenig Papierkram mit sich bringt, schnell Kosten erstattet und möglichst zum eigenen digitalen Lebensstil passt (Rechnungen per Brief an die Versicherung in Deutschland schicken? Nein Danke!).

Bei der Wahl der Krankenversicherung gibt es im Normalfall zwei Optionen:

Eine Reiseversicherung, die normalerweise nur kurze Aufenthalte abdeckt, wie z.B. Urlaub oder Geschäftsreisen. Eine solche Versicherung kann normalerweise auf einen Zeitraum bis zu einem Jahr verlängert werden. Meist ist es so, dass diese Verlängerung kurz vor Ablauf der regulären Laufzeit erbeten werden kann. Das geht meist auch aus dem Ausland. Wichtig ist dabei zu beachten, dass die maximale Laufzeit sich häufig an Alter und Vorerkrankungen orientiert. Auch die eben angesprochene mögliche Verlängerung setzt meist voraus, dass sich der eigene Gesundheitszustand nicht verändert hat. Sollte dies aber tatsächlich der Fall sein, hat der Versicherer oft das Recht, diese Veränderung aus der Police auszuschließen und mögliche Behandlungskosten nicht zu übernehmen. Dazu kommt, dass bei Beginn einer Reise häufig der abgeschlossene Versicherungszeitraum nachgewiesen werden muss, z.B. durch ein Ticket für den Rückflug – mit einem One Way-Ticket kommt man hier also nicht so weit.

Unbedingt zu beachten ist auch, dass eine Reiseversicherung in den meisten Fällen nur medizinische Notfälle abdeckt. Alle weiteren Behandlungen müssen meist auf die Rückkehr verschoben werden, die von der Versicherung sogar verlangt werden kann. Sollte man dieser Aufforderung dann nicht nachgehen, kann es sein, dass alle Behandlungen, die mit der Erkrankung, dem „Nicht-Notfall“ zusammenhängen, gar nicht übernommen werden.

Eine letzte Anmerkung noch zu medizinischen Notfällen: Viele Digitale Nomaden verlassen das Land mit einer befristeten Reiseversicherung und planen bei nötigen, komplexeren Behandlungen einfach ins Heimatland zurückzukehren. Was ist denn, wenn eine Erkrankung das Reisen aber unmöglich macht? Oder was, wenn die Zeit oder das Geld fehlt „mal eben“ für eine medizinische Behandlung in die Heimat zurückzukehren? All diese Überlegungen bringen uns zu der zweiten Option bei der Wahl der Krankenversicherung: Eine internationale Krankenversicherung.

Wenn eine lange Reise geplant ist und noch kein Rückreisedatum feststeht – wo wäre denn sonst auch das Abenteuer? – empfiehlt es sich, nicht „nur“ eine Reiseversicherung abzuschließen, damit die eigene medizinische Versorgung zu jeder Zeit uneingeschränkt abgesichert ist. Eine internationale Krankenversicherung scheint die bessere Wahl: Sie erlaubt Digitalen Nomaden sich uneingeschränkt am Zielort behandeln zu lassen. Eine Rückkehr in die Heimat ist nicht nötig und die eigene, gerade erst neu gefundene (Arbeits-) Routine muss nicht unterbrochen werden. Dies gilt auch für Erkrankungen, die langfristige Behandlungen benötigen, wie z.B. Physiotherapie oder Reha. Eine internationale Krankenversicherung deckt auch diese Behandlungen und Maßnahmen vor Ort ab, sodass ein Heimflug „nur“ für eine medizinische Behandlung vermieden werden kann – obwohl sich Freunde und Familie bestimmt freuen würden 😉

Wichtig: Eine internationale Krankenversicherung bedeutet auch, dass jegliche medizinischen Behandlungen auch bei einer Weiterreise im nächsten Land übernommen werden. Und wer weiß schon, wo die Reise als nächstes hingeht?

Weitere Informationen zu dem Thema findet ihr übrigens auch in unserem Artikel „Reiseversicherung und Krankenversicherung – alles, was du über die Unterschiede wissen musst„.

Ist Leben und Arbeiten überall legal?

Die meisten Digitalen Nomaden reisen vorerst mit einem Touristen-Visum in das Land ihrer Wahl ein. Das schränkt natürlich die Dauer des Aufenthalts ein, vor allem, da das Land häufig für eine Erneuerung wieder verlassen werden muss – somit wird die eigene Unabhängigkeit stark eingeschränkt. Neben der Dauer des Aufenthaltes ist mit einem Touristen-Visum meist auch die Arbeitserlaubnis eingeschränkt.

Im Prinzip braucht es für einen Arbeitsplatz im Ausland eine Arbeitsgenehmigung. In manchen Ländern ist es so, dass es legal ist dort zu arbeiten, solange die Dienstleistungen niemandem im Land angeboten werden. In anderen Ländern ist es wiederum so, dass jede Art der Arbeit, auch wenn ausschließlich digital, den Touristenstatus in Frage stellt und somit die Legalität des eigenen Aufenthaltes.

Ehrlich gesagt ist es so, dass die meisten Länder bei dieser Angelegenheit eher „weggucken“. Doch mit der steigenden Beliebtheit des Lifestyle der Digitalen Nomaden, fangen immer mehr Länder an, Immigranten und ihre Visa etwas genauer zu beobachten. Das zeigt sich auch in der Erlassung neuer Immigrations- und Arbeitsgesetze, sowie in steigenden Bußgeldern bei Verstößen.

Während sich einerseits die Gesetze in manchen Ländern verschärfen, schaffen andere Länder bessere Bedingungen für Digitale Nomaden und arbeiten aktiv an Lösungen, um diese zu sich einzuladen. Darunter ist zum Beispiel Estland mit ihrem e-Residency Visum, Thailand mit dem SMART-Visum und bald auch Lettland, das ebenfalls an einer e-Residency arbeitet.

Materielle und wirtschaftliche Unabhängigkeit

Die Lebensphilosophie der Digitalen Nomaden geht unweigerlich mit Minimalismus und gewissen Konsumeinschränkungen einher. Packt alles, was unbedingt benötigt wird in einen Rucksack und einen Koffer, die mit ins Flugzeug genommen werden können. Versucht den restlichen „Ballast“ auszusortieren, auch, um Kosten zu sparen. Lagerflächen kosten Geld, also verkaufen was geht und die eigene Wohnung untervermieten. Viele der Dinge, die ihr jetzt als wichtigen Besitz anseht, werden eh eine geringere Bedeutung haben, wenn ihr zurückkehrt – versprochen!

Um Kosten zu sparen müsst ihr auch unbedingt dran denken, eure laufenden Kosten so gut wie möglich zu reduzieren. Kündigt jede Art von Abo, die ihr während eurer Abwesenheit nicht braucht, also z.B. Mitgliedschaften im Fitness-Studio. Verkauft euer Auto, kündigt KFZ-Versicherungen und zahlt bestehende Schulden. Reist ohne Ballast um die Welt und seid frei und unabhängig.

Wann geht’s los?

Die bestehende Corona-Pandemie hat für einen ordentlichen Stopp in den Leben vieler Digitaler Nomaden geführt. Viele sind in das Heimatland zurückgekehrt und harren dort aus, bis es wieder losgehen kann. Andere wiederum sind an ihrem neuen Wohnort im fremden Land geblieben, haben es sich gemütlich eingerichtet und warten dort, bis es weitergehen kann. Gleichzeitig hat die Pandemie aber eben auch eine völlig neue Sicht auf das „remote Arbeiten“ eröffnet und viele Möglichkeiten in dieser Welt gezeigt. Sogar Branchen, die vorher als besonders starr galten, wurden mit viel Kreativität, Innovationsdenken und Initiative geöffnet. Arbeitgeber haben festgestellt, dass die Qualität der Arbeit ihrer Angestellten eben nicht davon abhängt, ob sie im Büro im Raum nebenan sitzen oder auf einer Liege in der Sonne in einem fernen Land.

Wir warten sehnsüchtig auf den Moment, wenn die Reisefreiheit nicht mehr eingeschränkt ist und wir uns in neue, aufregende Abenteuer weltweit stürzen können.

Wenn euch also die Reiselust gepackt hat, ihr über einen Einstieg als Digitaler Nomade nachdenkt, dann fangt doch an mal zu überlegen, wie ihr euren Job in einen vollständig digitalen umwandeln könnt. Oder träumt von der Ferne. Wir sprechen uns – wo auch immer! 🙂

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